Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Person hier, die diese Seiten besucht und etwas über mich erfahren möchte. Manch einer möchte halt gerne wissen, mit wem er es zu tun hat. Also werde ich mich hier einmal kurz (oder auch etwas ausführlicher) vorstellen:

Mein Name ist Jens-Armin Hüsgen. Ich bin 1974 in Bielefeld geboren und wuchs in Steinhagen Westf. (dort wo der berühmte Schnaps Steinhäger / Schinkenhäger herkommt) auf. Nach meiner Schullaufbahn ging ich zur Deutschen Bundesbahn nach Minden. Schon als kleiner Junge hatte ich nur einen einzigen Berufswunsch: Lokführer. Also machte ich zunächst einmal eine Ausbildung zum Energieelektroniker Fachrichtung Anlagentechnik. Denn zu meiner Zeit war der Beruf des Triebfahrzeugführers noch kein anerkannter Ausbildungsberuf. Nach der bestandenen Abschlussprüfung wechselte ich vorübergehend nach Hannover-Linden, um dort Lagerarbeiten zu verrichten. Allerdings nur für sehr kurze Zeit. Meine nächste Station war Hildesheim. Dort durfte ich am PC Rangierarbeitsaufträge bearbeiten. Auch dort verweilte ich nicht lange. In Hamburg war man bereit, mich zum Lokführer auszubilden. Ausgerechnet Hamburg. Diese Stadt liebte ich über alles und es war mein Traum, dort einmal zu wohnen. Da meine Mutter gebürtig aus Hamburg stammt und wir meine Großeltern dort regelmäßig besuchten, kannte ich diese Stadt auch schon in- und auswendig. Doch in der Ausbildungszeit von 15 Monaten hielt ich mich nicht nur in Hamburg auf. Unter anderem besuchte ich die Bahnschulen in Kassel und Münster. Man war da schon sehr viel auf Achse. Die Unterkunft und Verpflegung waren recht unterschiedlich. Doch gerne denke ich noch an diese Zeit, insbesondere an unsere fast täglichen Pizza- und Skat- Abende zurück. Während der Ausbildung erwarb ich die Baureihen 291 und 218. Von der gefürchteten Hamburger S-Bahn blieb unser Lehrgang zum Glück verschont. Nach Abschluss der Ausbildung wechselte ich nach Maschen und in den Hamburger Hafen. Den größten Teil meiner Arbeit machte das Rangiergeschäft aus. Viele junge Kollegen werden dieses als langweilig oder eintönig bezeichnen. Manch einer eventuell auch als zu anstrengend. Doch auch diese Zeit wollte ich nicht missen. Man lernte wunderbar, mit der Lok umzugehen und konnte sich bei langsamen Geschwindigkeiten und mit der Hilfe der Rangierleiter die Hörner abstoßen. Dann kam die Ernüchterung. Als einmaliges Pilotprojekt in Deutschland sollte unser Ausbildungslehrgang ein Jahr lang als Lokrangierführer arbeiten. Oh wie schön. Wir waren alle hellauf begeistert. Doch zum Glück musste keiner diese 12 Monate voll ableisten. Entweder kamen Bund bzw. Zivildienst dazwischen oder aber einer wurde aufgrund eines Unfalls von der Tätigkeit entbunden.

Ich entschied mich damals für den Zivildienst. Da ich etwas Sinnvolles tun wollte, bei dem ich auch noch etwas lernen konnte, wählte ich den Rettungsdienst. Aus finanziellen Gründen (bei den Eltern lebt es sich immer noch am günstigsten), leistete ich diesen Dienst in Gütersloh bei den Maltesern. Zunächst wurde ich dort, in Aachen, Lippstadt und Jülich zum Rettungssanitäter ausgebildet. Anschließend erfolgte mein Einsatz auf Kranken- und Rettungswagen, später auch in der Zentrale. Bis 2001 fuhr ich regelmäßig einige Schichten auf dem RTW im Jahr, sofern es mein Dienst bei der Bahn erlaubte. Dort konnte ich Menschen helfen und mein Wissen, das ich durch die Ausbildung und jährliche Fortbildungen von mindestens 30 Stunden erworben hatte, anwenden und vertiefen. Leider finde ich seit 2002 nicht mehr die Zeit, diesem “Hobby” nachzugehen.

Zurück in Hamburg wechselte ich zum Hamburger Hbf. Dort bekam ich auch Ausbildung auf den Baureihen 110/140, 141 und 111, sowie LZB. Später folgten noch 614/624/634 und 628.

Da mein besonderes Interesse der Ausbildung gilt, legte ich im Juni 2000 die Ausbildereignungsprüfung vor der Handelskammer Hamburg ab und war ab Dezember 2001 bei DB Regio Niedersachsen/Bremen als Ausbildungskoordinator in Hamburg tätig. Aufgrund von Streckenverlusten an eine Privatbahn im Dezember 2003 und dem damit verbundenen Personalüberhang, wurden keine neuen Ausbildungsgruppen mehr gebildet und ich wechselte Ende 2004 nach Bremen in die dortige, neu eingerichtete Leitstelle. Die Leitstelle ist ein Zusammenschluss aus Lokleitung, BSL-Betrieb und BSL-Technik. Das Aufgabenfeld umfasst, für die pünktliche Bereitstellung der Züge zu sorgen. Dieses beinhaltet die Zugbildung, Reinigung, Entsorgung, Werkstattzuführung, Besetzung der Züge mit Bordpersonal und andere Dinge mehr. Darüber hinaus ist bei Betriebsstörungen (z.B. Streckensperrungen) der Personaleinsatz zu regeln. Die Zuständigkeit der Leitstelle ist auf das nördliche Niedersachsen begrenzt. Im Süden bilden Osnabrück und Lüneburg die Grenze, im Norden Hamburg bzw. die Nordseeküste.

Nach rund 4,5 Jahren Tätigkeit in der Leitstelle Bremen war es Zeit für einen Wechsel. Seit Juli 2009 arbeite ich als Schichtleiter Transportleitung bei der Hamburger S-Bahn GmbH. Insbesondere durch die enge Taktdichte war dieses eine neue Herausforderung für mich. Ganz grob gesagt, bin ich im Störungsfall dafür verantwortlich, den Betrieb zu regeln. Dazu gehört, Abweichende Wendungen festzulegen, den Personaleinsatz zu regeln und ggf. Ersatzverkehr mit Bussen oder Taxen zu organisieren. Darüber hinaus werden Triebfahrzeugführer durch die Mitarbeiter der Transportleitung bei technischen Störungen unterstützt und beraten. Als Schichtleiter ist man Fachvorgesetzter der Disponenten in der Transportleitung und fährt auch selbst regelmäßig eigene Schichten, um den Praxisbezug und die Befähigung zum Führen von Triebfahrzeugen zu behalten. So viel zunächst einmal zu meinem beruflichen Werdegang.